GDBA wählt Raphael Westermeier zum neuen geschäftsführenden Präsidenten
Pressemitteilung
Gewerkschaftstag setzt auf Fortsetzung des eingeschlagenen Kurses – Raphael Westermeier will Tarifarbeit weiter stärken und die Interessen aller künstlerisch Beschäftigten zusammenführen
Hamburg, 21. September 2026. Die GDBA hat einen neuen geschäftsführenden Präsidenten: Raphael Westermeier wurde auf dem außerordentlichen Online-Gewerkschaftstag zum Nachfolger von Lisa Jopt gewählt, die ihr Amt zum 31. Mai 2026 niedergelegt hatte. In seiner Antrittsrede kündigte er an, den in den vergangenen Jahren eingeschlagenen Kurs fortzusetzen und zugleich neue tarifpolitische Wege zu gehen.
„Wir sind noch lange nicht fertig. Wir sind mitten im Lauf“, sagte Westermeier nach seiner Wahl und bedankte sich für das Vertrauen der Delegierten. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, was eine starke Gewerkschaft erreichen könne, wenn sich Beschäftigte im Theater organisieren und gemeinsam für ihre Interessen einstehen.

Der 1982 geborene Westermeier kennt die GDBA aus unterschiedlichen Perspektiven: als Schauspieler, als aktiver Gewerkschafter vor Ort, als Gewerkschaftssekretär und zuletzt als Vizepräsident. Seit anderthalb Jahren führt er zudem die Tarifverhandlungen der GDBA.
Ein Schwerpunkt seiner Amtszeit soll die weitere Stärkung der Tarifarbeit sein. Der TV Gast war ein wichtiger Schritt und müsse jetzt weiterentwickelt werden. Die GDBA will erreichen, dass Berufserfahrung von Gastkünstler*innen angemessen berücksichtigt wird und Arbeits- und Ruhezeitregelungen nicht zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen festangestellten und gastierenden Künstler*innen führen.
Für die wachsende Gruppe der freischaffenden Mitglieder will die GDBA neue tarifpolitische Wege entwickeln. „Wir brauchen tariflichen Schutz auch für künstlerische Teams“, kündigte Westermeier an. Angesichts sinkender Kulturetats und des zunehmenden finanziellen Drucks sind auch für diese Beschäftigungsformen neue Regelungen notwendig, die verbindliche Interessenvertretung und soziale Sicherheit ermöglichen.
Eine weitere zentrale Aufgabe bleibt die Reform des Nichtverlängerungsrechts im NV Bühne. Das bestehende Verfahren biete keinen wirksamen Schutz vor Willkür und müsse grundlegend verändert werden. Westermeier formuliert den Anspruch deutlich: „Es ist Zeit für Würde an deutschen Bühnen!“
Gleichzeitig will der neue geschäftsführende Präsident die unterschiedlichen Gruppen innerhalb der GDBA stärker zusammenbringen. Die Interessen von Festangestellten, Gästen, Freischaffenden und den verschiedenen Berufsgruppen seien nicht immer deckungsgleich. Gerade darin liege jedoch eine besondere Stärke der Gewerkschaft.
Dazu Raphael Westermeier: „Ich glaube an Tarifverträge als das wirksamste Mittel, um unsere Arbeitsbedingungen langfristig zu sichern und zu verbessern. Und ich glaube an eine Gewerkschaft mit unterschiedlichen Stimmen – eine Gewerkschaft, die streiten kann, zu gemeinsamen Entscheidungen kommt und diese dann mit aller Kraft vertritt.“
Mit der Wahl von Raphael Westermeier hält die GDBA an ihrem Reformprogramm für die deutschen Bühnen fest.
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