Kündigung NV Bühne

Der Hauptvorstand der GDBA und der Vorstand des BFFS haben beschlossen, unseren Tarifvertrag NV Bühne zum 31. Dezember zu kündigen.

Hier haben wir FAQs mit ein paar wichtigen Antworten für euch zusammengestellt, die wir regelmäßig aktualisieren.

FAQ

Die Kündigung von Tarifverträgen ist für Gewerkschaften normal, es hat etwas mit der sogenannten „Friedenspflicht“ zu tun. So dürfen Gewerkschaften zur Durchsetzung ihrer Forderungen erst dann streiken, wenn der Tarifvertrag  durch Kündigung beendet worden ist. 

Die Kündigung bedeutet aber nicht automatisch, dass wir zu Streiks aufrufen. Zunächst bemühen wir uns weiter darum, die notwendigen Verbesserungen auf dem Verhandlungsweg zu erreichen. Die Kündigung ist ein Zeichen, die nötigen Reformen des NV Bühne jetzt mit aller Kraft gemeinsam anzugehen und effektiv umzusetzen. 

Wir konnten nur den ganzen Vertrag kündigen, weil es keine einzelnen Laufzeiten gibt.

Erstmal nichts, alle Regeln gelten nämlich automatisch weiter „bis eine neue Vereinbarung getroffen worden ist“, so steht es im Tarifvertragsgesetz. Man nennt es „Nachwirkung“.

Ja. Darauf haben wir uns mit dem Deutschen Bühnenverein bereits im März verständigt.

Nach dem 1. Januar 2025 (Beendigung NV Bühne) könnten die Theater bei Wechsel an ein neues Haus und für Berufsanfänger:innen neue Verträge mit schlechteren Bedingungen vorlegen. (z.B. weniger Geld, weniger Urlaub, keine Tariferhöhungen).

Aufgrund der vom Bundesarbeitsgericht aufgestellten Grundsätzen der Einheitlichkeit der Arbeitsverhältnisse im öffentlichen Dienst, dürfen die neuen Verträge aber nicht wesentlich von den alten Regelungen abweichen. Der Deutsche Bühnenverein hat seinen Mitgliedern empfohlen, die Regeln des NV Bühne dennoch weiterhin anzuwenden.

Nehmt Kontakt mit der Rechtsabteilung auf, wir unterstützen Euch. 

recht@gdba.de

+49 (0) 40 4328244-11
Mo-Fr. 9.30 Uhr – 16.30 Uhr
Freitags 9.30 Uhr – 13.00 Uhr

Der Tarifvertrag gilt im Prinzip nur für Gewerkschaftsmitglieder. In der Vergangenheit haben die Theater den Tarifvertrag aber für alle angewandt.

In jedem Fall ist es zur Durchsetzung unserer Forderungen wichtig, dass alle „unorganisierten“ Beschäftigten Mitglied einer Gewerkschaft werden. 

Auch wenn nicht ausgeschlossen ist, dass Nicht-Gewerkschaftsmitglieder andere Verträge vorgelegt bekommen könnten, sehen wir hier zunächst keinen Anlass zur Besorgnis.

Umso mehr brauchen wir genau jetzt noch mehr Mitglieder um unsere Forderungen mit Kraft durchzusetzen. Wer einen besseren NV Bühne mit einem Nichtverlängerungsrecht ohne Willkür und geregelte Arbeitszeiten für mehr Entlastung und Planbarkeit, sowie viele andere Reformen möchte, sollte nicht länger Trittbrett fahren, sondern Mitglied einer Gewerkschaft werden.

Für Vorsitzende und Stellvertretungen gilt der Nichtverlängerungsschutz ganz normal weiter, auch wenn der NV Bühne gekündigt ist.

Theater, die keinen Lokalverband haben, sollten noch vor dem 31. 12. 2024 einen gründen.

Im Prinzip gibt es hier keine zeitliche Begrenzung. Die Fortsetzung des NV Bühne ist jedoch auch im Interesse des Bühnenvereins. Unser Ziel ist, uns möglichst bald gemeinsam auf bessere tarifliche Regelungen zu einigen.

Die Mitgliederzahl der GDBA ist seit 2021 um 40% gewachsen, dieser Zuwachs hilft uns bei unseren Verhandlungen, denn je mehr wir sind, desto ernster wird man uns nehmen.

Der Bühnenverein hat sich erst bewegt und sein Stundenmodell kurzfristig vorgelegt, als ihm die Kündigung bekannt war.  Somit fühlen sich die Gewerkschaften bestätigt, dass sie auf dem richtigen Weg sind.

Zum Stundenmodell ist zu sagen, dass  es hinter die Verhandlungsergebnisse zurückfällt, welche im Zusammenhang mit dem Rahmenmodell schon als Konsens galten.

Die Aussage ist falsch, der Bühnenverein verweigert den Abschluss, um Druck auszuüben. Der Bühnenverein wollte immer einen eigenständigen TV Gast.

Es gibt nur wenige Regeln, die problemlos aus dem NV Bühne übernommen werden können, um den TV Gast auf den Weg zu bringen. Allein die Dynamisierung der Mindestgage würde entfallen.

Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften können (Tarif-) Verträge schließen, in denen es um Bezahlung und allgemeine Arbeitsbedingungen geht. (z.B. Gage, Urlaub, Arbeitszeiten, freie Tage).

Für Künstler:innen an Theatern, die von öffentlichem Geld unterhalten werden, gibt es zwei Tarifverträge, den TVK (Tarifvertrag für Musiker:innen in Konzert- und Theaterorchestern) und den NV Bühne (Normalvertrag Bühne). Während der TVK nur für die Orchestermusiker:innen gilt, gilt der NV Bühne für alle anderen künstlerisch Beschäftigten mit den Sonderregelungen Solo, Bühnentechnik, Chor und Tanz. 

Verhandelt und unterschrieben ist der NV Bühne von den drei Gewerkschaften BFFS, GDBA und VdO und auf der Arbeitgeberseite vom Deutschen Bühnenverein. Alle Theater, die Mitglied im deutschen Bühnenverein sind, müssen den NV Bühne anwenden. 

Den NV Bühne gibt es für die Solist:innen als „NV Solo“ seit 1924, er wurde mit den Verträgen für Chor, Tanz und Bühnentechnik 2003 zum NV Bühne zusammengefasst. 

Jeder einzelne Arbeitsvertrag muss sich nach diesem Tarifvertrag richten. Nur wenn die Bedingungen für das Mitglied besser sind, darf der Arbeitsvertrag vom NV Bühne abweichen.

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