Bis zum Jahr 2010 sollen 100 000 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden, um jungen, förderungsbedürftigen Leuten eine Perspektive zu geben. Förderungsbedürftig sind Betroffene aufgrund einer Beeinträchtigung, die verminderte Chancen am Ausbildungsmarkt zur Folge hat. Hiervon sind vor allem auch behinderte Menschen betroffen.
Einen Gesetzesentwurf zur Verbesserung der Ausbildungschancen förderungsbedürftiger junger Menschen hatte die Bundesregierung bereits im Februar 2008 beschlossen. Die öffentlichen Anhörungen im Bundestag fanden Ende Mai 2008 statt.
Kern des Vorhabens bilden der „Ausbildungsbonus“ und die „Berufseinstiegsbegleitung“. Der Ausbildungsbonus beträgt zwischen 4000 und 6000 Euro pro zusätzliches Ausbildungsverhältnis und soll dem Lehrbetrieb zur Verfügung stehen. Bei behinderten Jugendlichen erhöht sich die Förderung laut Entwurf um 30 Prozent. Die Arbeitgeber sollen im Gegenzug verpflichtet werden, die Zusätzlichkeit des Ausbildungsverhältnisses nachzuweisen. Das Gesetz könnte zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres im Herbst 2008 in Kraft treten.
Dazu sollen im Sozialgesetzbuch III zielgenaue und befristete Regelungen geschaffen werden. Dies gilt auch für die Berufseinstiegsbegleitung. Im Rahmen einer modellhaften Erprobung sollen hauptamtliche Berufseinstiegsbegleiter im gesamten Bundesgebiet an 1000 Schulen Schüler beim Übergang in eine Berufsausbildung unterstützen. Außerdem ist in Ausnahmefällen die Förderung einer zweiten Berufsausbildung mit einer Beihilfe als Ermessensleistung vorgesehen.
Arbeitskreis „Behinderte Menschen“ für unmittelbare Unterstützung
Der Arbeitskreis „Behinderte Menschen“ der Verkehrsgewerkschaft GDBA“ begrüßt den Gesetzesentwurf, warnt jedoch auch davor, die Ausbildungssituation förderungsbedürftiger Menschen allein durch einen Geldbetrag verbessern zu wollen. In der Gesellschaft müsse ein generelles Umdenken einsetzen. Umso positiver wurde die vorgesehene Berufseinstiegsbegleitung bewertet. „Diese Maßnahme ist besonders wertvoll, da sie Betroffenen unmittelbar zu Gute kommt“, so Werner Willmann, Sprecher des Arbeitskreises.
| Seite weiterempfehlen |
|