Jobs ohne Barrieren: Gute Erfahrungen mit behinderten Auszubildenden

Auf der ersten Schwerpunktveranstaltung der Initiative "job - Jobs ohne Barrieren“ Anfang März 2005 im Schulungszentrum der Fraport (Flughafen Frankfurt) zog der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung Franz Thönnes eine positive Bilanz: "Die Unternehmen und Organisationen, die sich an der Initiative beteiligen, haben gute Erfahrungen gemacht". Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Förderung der Ausbildung behinderter Jugendlicher“.

"job - Jobs ohne Barrieren" ist eine Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung in Zusammenarbeit mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern, Vertretern von Sozial- und Behindertenverbänden, Rehabilitationsträgern und Rehabilitationseinrichtungen und weiteren Partnern. Einer der Schwerpunkte ist die Verbesserung der Ausbildungssituation behinderter Jugendlicher. "Die Unternehmen und Organisationen können die guten Erfahrungen nun weitertragen, sie selbst nutzen und andere motivieren, Gleiches zu tun", sagte der Staatssekretär. Die Unternehmen sollten den behinderten Jugendlichen eine Chance auf eine betriebliche Ausbildung geben.

Als ermutigend bezeichnete Thönnes, dass im vergangenen Ausbildungsjahr mehr behinderte Jugendliche eine Ausbildung begonnen haben als im Jahr zuvor. Die Zahl stieg von 25.843 auf 27.526. Allerdings handele es sich bei vielen dieser Ausbildungen nicht um betriebliche, sondern um außerbetriebliche Ausbildungen bei Trägern und Einrichtungen wie Berufsbildungswerken. Daher hätten viele behinderte Jugendliche nach ihrer erfolgreichen Ausbildung Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden.

Im Gesetz zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen wurden neue Regelungen geschaffen, um die Unternehmen zu motivieren, verstärkt behinderte Jugendliche auszubilden. So gibt es seitdem die Möglichkeit der verzahnten Ausbildung: Behinderte Jugendliche in Berufsbildungswerken oder vergleichbaren Einrichtungen können einen Teil ihrer Ausbildung in Betrieben absolvieren. Dadurch sollen sich die Chancen der Jugendlichen erhöhen, nach der Ausbildung einen dauerhaften Arbeitsplatz zu bekommen. Verbessert wurden durch das Gesetz auch die Möglichkeiten, kleinere Unternehmen durch Zuschüsse und Prämien zu den Kosten der Berufsausbildung behinderter Jugendlicher finanziell zu entlasten.

Über 150 Gäste, insbesondere Personalverantwortliche von Unternehmen aber auch Arbeitnehmerinteressensvertreter sowie Organisationen und Institutionen zur Teilhabe behinderter Menschen waren zu der Veranstaltung gekommen. Für die Verkehrsgewerkschaft GDBA nahm Thomas Schupp, Referent für die Angelegenheiten behinderter Menschen, an der Veranstaltung teil.

Organisiert wurde diese Veranstaltung vom Unternehmensform, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke sowie der Fraport. Das Unternehmensforum ist ein bundesweiter Zusammenschluss von z. Z. 16 Unternehmen wie z. B. BASF, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Fraport, Randstad, RWE, Schott, ZDF. Ziel der Mitglieder im Unternehmensforum ist es, die Interessen schwerbehinderter Arbeitnehmer und Kunden mit den Notwendigkeiten der Wirtschaft stärker zu verbinden. Das heißt, Arbeitsplätze, Produkte und Dienstleistungen für alle Menschen - also auch schwerbehinderte Menschen - aktiv und flexibel zu gestalten.

Zwei weitere Schwerpunktveranstaltungen zu den Themen "Beschäftigung behinderter und schwerbehinderter Menschen" und "Betriebliche Prävention" werden am 28. April 2005 in Erfurt und am 1. Juli 2005 in Berlin stattfinden.

Weitere Informationen zur Initiative "Jobs ohne Barrieren" und zu den Veranstaltungen im Internet unter: http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/themen/jobs/index.php sowie http://www.unternehmensforum.org.

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