Schwerbehindertentagung in Bremen
Im Rahmen des Europäischen Jahrs der Menschen mit Behinderung 2003 fand am 8. und 9. Juli 2003 in Bremen/Bremerhaven eine zweitägige öffentliche Arbeitstagung der ständigen Arbeitsgruppe Schwerbehinderter der Verkehrsgewerkschaft GDBA statt.
Auf Einladung des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe und gleichzeitig örtliche Schwerbehindertenvertrauensperson bei der DB Cargo-Niederlassung Bremen, Werner Willmann, nahmen der Leiter der RPE Bremen Herr Becker und Frau Peter, Personalleiterin Cargo Bremen, sowie der Konzernschwerbehindertenvertreter der Deutschen Bahn AG Gerhard Schimm und dessen Stellvertreter Thomas Beutnagel an der Veranstaltung teil. Auch der stellvertretende Gesamtschwerbehindertenvertreter von DB Cargo Eike Bunge sowie Betriebsratsmitglieder, Berufsfürsorger, Pressevertreter und örtliche Schwerbehindertenvertreter aus verschiedenen Unternehmensbereichen der Deutschen Bahn AG zählten zu den Gästen.
Die Verkehrsgewerkschaft GDBA wurde repräsentiert durch Thomas Schupp, Referent beim Bundesvorstand der Verkehrsgewerkschaft GDBA in Angelegenheiten behinderter Menschen sowie dem stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des gastgebenden Bezirks Hannover der Verkehrsgewerkschaft GDBA, Lothar Mrosan.
Sowohl Herr Becker als auch Frau Peter hoben in ihren Beiträgen die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern sowie den Interessensvertretungen der behinderten Menschen und den Gewerkschaften im Bereich der DB Cargo AG hervor, die z. T. vorbildlich für den Gesamtkonzern sei. Der Konzernschwerbehindertenvertreter Gerhard Schimm sprach in seinen Beitrag unter anderem die europäischen Ebene im Zusammenhang mit dem Behindertenrecht an.
Thomas Schupp wies in seinem Vortrag auf die Bedeutung der guten Zusammenarbeit der Verkehrsgewerkschaft GDBA mit den Schwerbehindertenvertretern und den Tarifpartnern für die Belange der behinderten Beschäftigten hin. Er äußerte den Wunsch, es möge gelingen, dass behinderte und nicht behinderte Menschen ohne großes Aufsehen gemeinsam ihrer Arbeit verrichten würden, ohne dass Gesetze und Vorschriften alles reglementieren müssten. Die Barrieren im Kopf sollten als erstes überwunden werden.
Am Nachmittag des ersten Tages nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich bei einer Werksbesichtigung im Güterwageninstandsetzungswerk (GWI) Bremen über die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu informieren. Der stellvertretende Betriebsleiter von Cargo Bremen, Herr Gausepohl, sagte auf die Frage, ob es für behinderte Beschäftigte auch leichte Tätigkeiten gäbe: „Es gibt bei uns keine leichten Arbeiten. Trotzdem bringen die behinderten Kollegen hier voll ihre Leistung.“
Am zweiten Tag gab es einen Empfang im Rangierbahnhof Kaiserhafen und Nordhafen in Bremerhaven durch Frau Papenhausen, Leiterin Betrieb der DB Cargo-Niederlassung Bremen. Sie stellte in ihrem Vortrag die herausragende Bedeutung des Hafens in den Vordergrund. Der Hafen Bremerhaven mit seinem Güterbahnhof ist einer der größten Güterumschlagshäfen in Deutschland. Hier werden u. a. sehr große Mengen an Bananen, Autos und Container be- und entladen. Die etwa 140 Beschäftigten des Cargobahnhofes arbeiten rund um die Uhr voll integriert in den Hafenablauf und sichern somit eine kontinuierlichen Transportkette. Es war bemerkenswert, dass die Leiterin selbstbewusst verkündete, dass hier alle Beschäftigten, ob behindert oder nicht, in die Aufgaben der mit dem Hafenbetrieb bestehenden Anforderungen eingebunden seien. In der anschließenden Hafenbegehung wurden die Umschlagplätze und Gleisanlagen besichtigt.
Danach konnten sich die Teilnehmer/innen der öffentlichen Arbeitstagung in der einzigen noch bestehenden Buchbinderei Bremerhavens über die Fingerfertigkeiten und die Qualität der Arbeiten überzeugen. Das Besondere war, dass es sich um ca. 30 behinderte Beschäftigte handelt, welche bei den Elbe-Weser-Werkstätten e. V. eine neue Tätigkeit gefunden haben. Neben der Buchbinderei werden u. a. auch Kopierarbeiten, Satz, Druck und Weiterverarbeitung durchgeführt. Es wurde während der Führung darauf hingewiesen, dass der Erfolg der seit über zehn Jahren bestehenden Werkstätten u. a. auch in der bewussten Orientierung der Arbeitsabläufe an den Bedürfnissen der behinderten Beschäftigten zu sehen ist. Diese flexible Gestaltung der Arbeitsprozesse und Arbeitszeiten führte auch zu dem wirtschaftlichen Erfolg.
Mit einem gemeinsamen Mittagessen im Fischereihafen Bremerhavens endete diese erfolgreiche Tagung, in der die ständige Arbeitsgruppe ihre zukünftigen Aufgaben und Ziele über das Jahr der Menschen mit Behinderung hinaus absteckte.
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