250 Bahn-Betriebsräte der Verkehrsgewerkschaft GDBA tagten in Kassel
Auf die Arbeitnehmervertreter der Verkehrsgewerkschaft GDBA wartet noch jede Menge Arbeit. Das wurde während der Betriebsräteversammlung am 23. August 2002 in Kassel ganz deutlich. Gastredner war der neue Personalchef der DB AG, Dr. Norbert Bensel, der sich den kritischen Fragen der Betriebsräte der Verkehrsgewerkschaft GDBA stellte.
Es lohnt sich zu kämpfen, machte der stellvertretende Bundesvorsitzende Franz König zu Beginn der Veranstaltung deutlich und dankte allen, die sich bei den zurückliegenden Betriebsratswahlen engagiert hatten. So sei es zum Beispiel den Kandidatinnen und Kandidaten der Verkehrsgewerkschaft GDBA in Stuttgart im Bereich Reise&Touristik gelungen, den Wahlbetrieb mit drei Stimmen Vorsprung vor der gewerkschaftlichen Konkurrenz zu gewinnen. Das sollte uns Mut machen und Ansporn sein, rief er den Anwesenden zu.
Der Bundesvorsitzende der Verkehrsgewerkschaft GDBA, Robert Dera, machte in seinem Grundsatzreferat deutlich, dass die Verkehrsgewerkschaft GDBA auch in schwierigen Zeiten die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten wisse. „Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist da, aber wir werden um und für den Erhalt eines jeden einzelnen kämpfen,“ erklärte er unter dem Beifall der Betriebsräte. Dera kritisierte, dass die Länder oftmals ohne Rücksicht auf eigene Arbeitsmarktstrukturen Nahverkehrsleistungen ausschreiben würden, die nur zu Dumpingpreisen und auf dem Rücken der Beschäftigten realisiert werden könnten. „Das darf so nicht weitergehen“, sagte er.
Der stellvertretende Bundesvorsitzende Klaus-Dieter Hommel geißelte den „zügellosen Personalabbau“ der vergangenen Jahre. „Wir brauchen wieder eine vernünftige Unternehmenskultur – einen fairen Umgang miteinander und vor allem eine ordentliche Bezahlung“, stellte er fest. Bei künftigen Tarifverhandlungen hätten Eisenbahner nichts zu verschenken: „Für Einkommensreduzierungen gibt es keinen Spielraum“, machte er deutlich und forderte zugleich eine rasche Umsetzung der Angleichung Ost. „Wir werden keinen Tarifvertrag unterschreiben, in dem nicht zumindest ein entsprechender Stufenplan festgeschrieben ist“, lautet die eindeutige Aussage. Ausführlich ging Hommel auch auf die neue Tarifstruktur bei der Deutschen Bahn ein.
Der neue Personaldirektor der DB AG, Dr. Norbert Bensel, war auf der Betriebsräteversammlung der Verkehrsgewerkschaft GDBA sichtlich darum bemüht, verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen. Er sagte zu, die Betriebsräte künftig stärker in Fragen der Personalplanung einzubeziehen und die Kommunikation mit den Führungsebenen zu verbessern. Deutlich machte Bensel auch, dass DB Vermittlung nicht abgeschafft werde, gleichwohl im Sinne der Betroffenen künftig effektiver arbeiten solle. Auch um die Schwerbehindertenquote wolle er sich kümmern. Niemand müsse sich im DB Konzern wie ein fünftes Rad am Wagen fühlen.
Beim Streitthema Sozialleistungen machte der neue Personaldirektor deutlich, dass jede Leistung auf den Prüfstand gehöre. Aber nicht, um diese abzuschaffen, sondern um zu sehen, welche Angebote tatsächlich noch nachgefragt und ob vorhandene Mittel richtig verteilt würden.
Mit einer kritischen und konstruktiven Diskussion endete die Betriebsrätetagung der Verkehrsgewerkschaft GDBA, die aus Sicht der Anwesenden wichtige Informationen für die tägliche Arbeit mit sich brachte.
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