Fachkonferenz in Kassel: Weiterentwicklung der Tarifstrukturen im DB Konzern

Der Stand der Verhandlungen zu einem neuen Entgeltsystem im DB Konzern war Mittelpunkt einer Fachkonferenz am 14. Juni 2007 in Kassel. Daran nahmen auf Einladung der Bildungsgesellschaften von TRANSNET und Verkehrsgewerkschaft GDBA rund 250 Betriebsräte teil.

Heinz Fuhrmann, stellvertretender Vorsitzender der Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA (TG), machte deutlich, dass eine Weiterentwicklung der Tarifstrukturen im DB Konzern erforderlich sei. Deshalb werde von der TG an einer neuen Entgeltstruktur gearbeitet. Die Verhandlungen könnten jedoch zurzeit nicht zum Abschluss gebracht werden, da der Arbeiteber diese zu spät aufgenommen habe. Ein Ergebnis bis zum 30. Juni 2007 sei daher nicht zu erwarten. Fuhrmann betonte, dass die TG großes Interesse habe, ein neues, zeitgemäßes Entgeltsystem zu vereinbaren. „Wir haben zunehmend Arbeitsstreitigkeiten vor Gericht, weil es unterschiedliche Auffassungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gibt. Die Entwicklungschancen und die Bezahlung müssen verbessert werden. Doch auf keinen Fall soll das neue Entgeltsystem ein Punkt in der Tarifrunde 2007 sein. Hier geht es um mehr Geld. Das haben unsere Kolleginnen und Kollegen in den Tarif-Dialogen ganz klar zum Ausdruck gebracht.“ Deshalb hat die Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA (TG) die Verhandlungen zur neuen Entgeltstruktur jetzt ausgesetzt.  
Heinz Fuhrmann fordert bessere Entwicklungschancen für die Beschäftigten und eine bessere Bezahlung

Der Gewerkschafter machte außerdem deutlich, dass die Forderungen der TG realistisch und angemessen seien. Gefordert wird eine lineare Erhöhung von 7 Prozent, 150 Euro Mindestbetrag und analoge Erhöhung der Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von 12 Monaten.



Kay-Uwe Arnecke bedauert das Aussetzen der Verhandlungen zur neuen Entgeltstruktur
 

Kay-Uwe Arnecke, Leiter Personal Personenverkehr und Beschäftigungsbedingungen im DB Konzern, bedauerte in seinen Ausführungen, dass die Verhandlungen ausgesetzt wurden. Er erklärte, dass die DB AG die Verhandlungen zur neuen Entgeltstruktur mit der Einkommensrunde verknüpfen wolle. Auch gebe es keine Bereitschaft, die 1,9 Prozent Tabellenentgelterhöhung zum 30. Juni 2007 ohne Anrechnung auf die ZÜ zu zahlen. Die Forderungen zur Einkommensrunde 2007 bezeichnete er als unrealistisch.

Die Betriebsräte erklärten in der anschließenden Diskussion: „Wir haben hart gearbeitet für das sehr gute Ergebnis der Bahn und auf Lohn verzichtet, nun müssen wir auch unseren Anteil bekommen.“ Außerdem wurde deutlich gesagt: “Wir haben Basisarbeit betrieben. Die Forderung von 7 Prozent kommt von den Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben, von ihren Beschäftigten. Dahinter stehen wir wie eine Eiche und dafür kämpfen wir auch.“


Alexander Kirchner
, Vorsitzender der Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA (TG), erläuterte die Notwendigkeit zur Schaffung neuer Eingruppierungskriterien, um eine gerechtere Bezahlung zu gewährleisten. Es gehe darum, mehr Transparenz und besseren Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. „Wir fordern mehr für die Kolleginnen und Kollegen, deshalb will der Arbeitgeber auch eine Verknüpfung mit der Einkommensrunde. Das lehnen wir kategorisch ab. Deshalb haben wir die Verhandlungen ausgesetzt“, so Kirchner. Er bekräftigte die Forderung, die 1,9 Prozent ohne Anrechnung auf die ZÜ zu zahlen, denn nur der Arbeitgeber habe die Verzögerung zu verantworten und er allein habe auch zu verantworten, dass es bis zum 30. Juni 2007 zu keinem Abschluss kommt.

In der Diskussion wurde das neue Entgeltsystem befürwortet. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich gemacht, dass erst klar sein muss, wie viel Geld in den einzelnen Tätigkeitsgruppen verdient wird. Keinesfalls dürfe es zu einer Absenkung des Lohnniveaus kommen. Verschiedene Berufsgruppen müssten besser bezahlt werden, denn schon jetzt wandern viele qualifizierte Arbeitskräfte wegen der besseren Bezahlung in die Industrie ab.

 

Alexander Kichner lehnt eine Verknüpfung der Verhandlungen Entgeltsystem mit Einkommensrunde ab.

Eine Verknüpfung der neuen Entgeltstruktur mit der Einkommensrunde wurde von den Teilnehmern entschieden abgelehnt. Sie betonten einhellig: „Unsere Forderungen sind realistisch. Es muss deutlich mehr Geld geben, ohne wenn und aber.“

Mehr Informationen zur
Entgeltrunde 2007
Weiterentwicklung der Tarifstrukturen

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