Der
stellvertretende Bundesvorsitzende der Verkehrsgewerkschaft GDBA, Heinz
Fuhrmann, hat die in Bahnunternehmen beschäftigten Mitarbeiter auf eine harte
Tarifauseinandersetzung eingeschworen. „Wir wollen endlich den von uns
geforderten Branchentarifvertrag für den Schienenverkehr durchsetzen“, machte er
auf einer Betriebsrätekonferenz der GDBA in Frankfurt deutlich. Ein Ziel, das
nur zu erreichen sei, wenn sich alle Mitarbeiter der Bahnunternehmen solidarisch
zeigten, so Fuhrmann.
Verkehrsgewerkschaft GDBA und TRANSNET seien
es leid, in der Frage eines in ganz Deutschland geltenden Tarifvertrags für die
„Branche Eisenbahn“ nur in kleinen Trippelschritten vorwärts zu kommen. Die
Eisenbahnverkehrsunternehmen, mit denen hierüber bereits Gespräche geführt
wurden, seien zwar grundsätzlich nicht abgeneigt, einen solchen Tarifvertrag
zu vereinbaren, der Durchbruch sei bisher aber nicht gelungen. Zu groß sei auch
das Misstrauen der im Verkehrsmarkt, insbesondere im Schienenpersonennahverkehr
konkurrierenden Unternehmen untereinander, zu wenig ausgeprägt die Bereitschaft
der Arbeitgeber, endlich einen deutlichen Schritt in die richtige Richtung zu
tun.
Deshalb, so GDBA-Vize Heinz Fuhrmann, müsse jetzt der Druck erhöht
werden. GDBA und TRANSNET würden in keinem Eisenbahnverkehrsunternehmen mehr
einen Tarifvertrag zu Entgelt- und Arbeitsbedingungen abschließen, bis der
geforderte Branchentarifvertrag unterschrieben sei. Das gelte auch und
insbesondere für die Mitte des Jahres anstehende Tarifrunde bei der Deutschen
Bahn.
„Wenn wir ernsthaft Lohndumping verhindern wollen, müssen wir
jetzt handeln“, erklärte Fuhrmann. Das bedeute, dass die bei den Eisenbahnen in
Deutschland Beschäftigten untereinander solidarisch sein müssten: Mitarbeiter
der DB AG müssten, wenn es hart auf hart komme, auch für die Interessen der bei
den übrigen privaten Bahnen beschäftigten Kolleginnen und Kollegen eintreten –
und umgekehrt genauso.
„Wir werden in dieser Auseinandersetzung um einen
Arbeitskampf wohl nicht herumkommen“, erklärte der GDBA-Vize. „Wir wollen einen
Branchentarifvertrag für alle Beschäftigten und nicht nur für das Fahrpersonal“,
so Fuhrmann. Dies gelänge aber nur, wenn die Eisenbahner füreinander ein stünden
und sich nicht auseinander dividieren ließen.
Spannend würden die
nächsten Monate aber auch, weil über die Frage der Beschäftigungssicherung beim
Bahnkonzern verhandelt werden muss. Der entsprechende
Beschäftigungssicherungstarifvertrag läuft Ende 2010 aus. Seitens der
Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA werde derzeit analysiert, was die Inhalte dieses
Tarifvertrages, wie beispielsweise der Verzicht auf betriebsbedingte
Kündigungen, den Kolleginnen und Kollegen im Laufe der Jahre tatsächlich
gebracht habe. „Auch unter Berücksichtigung dieser Analyse werden wir
entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen es auch künftig einen Tarifvertrag
zur Beschäftigungssicherung geben kann,“ so Fuhrmann.
Alle Entscheidungen würden basisnah getroffen. In den nächsten Wochen würden GDBA und TRANSNET wieder zu einer Vielzahl von Tarifdialogen einladen, um die Stimmung an der Basis aufnehmen zu können.
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