Das „Fairness-Abkommen“ zum Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV) in
Brandenburg ist gescheitert. Verkehrsgewerkschaft GDBA und Transnet haben die
Gespräche abgebrochen. Damit reagieren sie auf eine aktuelle Ausschreibung. Auch
sie enthalte erneut keine Vorgaben zu Tariftreue und Sozialstandards. Die
Gewerkschaften werfen dem Land Wortbruch vor. Zudem wolle die Landesregierung
keine konkreten Zusagen machen, wie bei Ausschreibungen die Belange der
Beschäftigten geschützt werden sollen.
„Während wir über das
Abkommen verhandelt haben, ist schon die nächste Ausschreibung vorbereitet
worden. Und wieder wird keine Rücksicht auf die Beschäftigten genommen“, sagten
GDBA-Vize Heinz Fuhrmann und TRANSNET-Vorstand Reiner Bieck. „Das ist ein klarer
Wortbruch.“
Bei dieser Vergabe geht es um das so genannte
Elbe-Elster-Netz. Die Ausschreibung enthält keine Vorgaben zu Tariftreue und
Sozialstandards. Durch die seit Dezember 2009 geltende EU-Verordnung
1370/2007/EG hätte das Land die Möglichkeit, solche Vorgaben zu verankern.
„Stattdessen setzt Brandenburg weiter auf Lohndumping. Dem Land sind die
Eisenbahner offenbar egal.“ „Vor diesem Hintergrund wird auch klar, warum die
Landesregierung in den Gesprächen über das Fairness-Abkommen eine
Hinhalte-Taktik gefahren hat“, kritisierten Fuhrmann und Bieck.
Die Gespräche laufen seit Oktober 2009. Brandenburg hatte sich grundsätzlich bereit erklärt, bei künftigen Ausschreibungen im SPNV die EU-Verordnung 1370/2007 zu berücksichtigen. „Statt konkreter Zusagen wurden uns nur vage und unbestimmte Formulierungen angeboten. Mit leeren Versprechungen geben wir uns aber nicht zufrieden.“ Sie kündigten an, dass die Gewerkschaften „das nicht kampflos hinnehmen werden.“
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