Mit Empörung und Unverständnis haben die Verkehrsgewerkschaft und
die Gewerkschaft TRANSNET auf den Abbruch der Gespräche zum Branchentarifvertrag
Schiene reagiert. Die großen Bahn-Unternehmen hatten in einem Spitzengespräch
die Aufnahme formaler Verhandlungen verweigert.
„Ärgerlich ist vor
allem die Begründung, dass das geforderte Lohnniveau zu hoch sei“, sagten der
GDBA-Vize Heinz Fuhrmann und der TRANSNET-Vorsitzende Alexander Kirchner.
„Offenbar wollen sich immer noch einige Unternehmen auf ihren Preisvorteilen
ausruhen, die sie zu Lasten der Beschäftigten erzielen. Wir werden das aber
nicht länger hinnehmen.“
„Einige Unternehmen vertreten nach wie vor die
Auffassung, dass Lohnunterschiede für den Wettbewerb notwendig seien. Diese
Position ist äußerst kurzsichtig“, so die Gewerkschafter weiter. „So öffnet man
Dumping-Unternehmen Tor und Tür. Unter einem Dumping-Wettbewerb werden aber
irgendwann auch die jetzt etablierten Unternehmen leiden.“ Es könne und dürfe
nicht länger hingenommen werden, „dass die Höhe von Personalkosten maßgeblich
dafür ist, ob ein Unternehmen im Wettbewerb bestehen kann oder nicht.“
GDBA und TRANSNET wollen noch in diesem Jahr einen einheitlichen Branchentarifvertrag abschließen, der im Volumen dem des Marktführers DB AG entspricht. Sie erneuerten ihre Bereitschaft, diese Forderung auch mit Arbeitskampfmaßnahmen zu untermauern. Fuhrmann und Kirchner forderten die Arbeitgeber auf, ihre Verweigerungshaltung zu überdenken. An dem Spitzengespräch hatten Vertreter von Veolia, Abellio, Arriva, Benex und Keolis teilgenommen.
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