Die Personalräte der Verkehrsgewerkschaft GDBA und der Gewerkschaft
TRANSNET beim Eisenbahn-Bundesamt trafen sich erstmals zu einer gemeinsamen
Personalrätekonferenz. Diskutiert wurde unter anderem die Frage, ob und wie die
unbestritten gute Zusammenarbeit beider Gewerkschaften in Zukunft intensiviert
werden könnte.
Der stellvertretende Bundesvorsitzende der
Verkehrsgewerkschaft GDBA, Peter Tröge, machte deutlich, dass es
vordringlichstes Ziel sein müsse, die Schlagkraft der Gewerkschaften weiter zu
erhöhen. „Im Verkehrsbereich stehen uns gravierende Veränderungen bevor, die
Auswirkungen auch auf die Arbeit des EBA haben“, warnte Tröge. Immer
unverhohlener würden Forderungen nach Verschlechterungen beim Kündigungsschutz
und der Mitbestimmung erhoben, zudem würden die Folgen des demografischen
Wandels – die zunehmende Überalterung und der zugleich fehlende Nachwuchs –
deutlich. „Darauf müssen wir reagieren, vor allem aber vorbereitet sein“, so der
GDBA-Vize. Starke Gewerkschaften seien gefordert, neue Strukturen notwendig, um
die gute Zusammenarbeit im Sinne der gewerkschaftlich zu Vertretenden, weiter
intensivieren zu können.
Ob diese neuen Strukturen von den
Gewerkschaftsmitgliedern gewünscht und mitgetragen würden, war eine der Fragen,
die im Plenum konstruktiv diskutiert wurde. Dagegen sprach sich von den
rund 60 Anwesenden niemand aus. Wenn das EBA und die Arbeit der dort tätigen
Personalräte auch künftig den ihnen angemessenen Stellenwert in der
Gewerkschaftsarbeit hätten, stehe man allem Neuen, aufgeschlossen gegenüber,
hieß es. Insbesondere dann, wenn die Interessen der Beschäftigten so noch besser
vertreten werden könnten.
Das hatte zuvor Martin Burkert,
Vorstandsmitglied der TRANSNET, deutlich gemacht. Nach seiner Auffassung müsse
eines der Ziele sein, die Eigenständigkeit der Behörde EBA dauerhaft zu
gewährleisten. Burkert würdigte ausführlich Bedeutung und Stellenwert des
Eisenbahn-Bundesamtes und machte deutlich, dass man sich mit der Funktion eines
„Anhängsels“ keinesfalls zufrieden geben werde. Wichtig sei, dem EBA
zukunftsträchtige Aufgaben zuzuweisen, die zum Profil der Behörde passten; auch
in dieser Frage sei es wichtig, dass starke Gewerkschaften entsprechende
Forderungen nachhaltig unterstützen würden.
Martin Burkert und Peter
Tröge sagten den Personalräten zu, sich künftig noch intensiver mit den
Angelegenheiten des öffentlichen Dienstes, im Besonderen für das
Eisenbahn-Bundesamt auseinanderzusetzen.
Im zweiten Teil der
gemeinsamen Personalrätekonferenz von TRANSNET und GDBA ging der Präsident des
Eisenbahn-Bundesamtes, Gerald Hörster, auf die aktuellen Probleme des
Eisenbahn-Bundesamtes heraus. Die derzeitige Personalsituation, der Stellenplan,
die Rekrutierung von externen Mitarbeitern, sowie die Konkurrenzsituation bei
zusätzlichem Personal standen im Mittelpunkt seiner Ausführung. Auch, dass das
Eisenbahn-Bundesamt beispielsweise für neue Aufgaben im EU Bereich schwach
aufgestellt ist, blieb nicht unerwähnt.
In der sich anschließenden
zweistündigen Diskussion wurde im Besonderen auf die angespannte personelle
Situation hingewiesen und die dadurch resultierenden hohen Belastungen der
Mitarbeiter. Ebenfalls ein Thema waren die Standortfrage der Außenstellen sowie
die Verbeamtungen.
Willi Becker (TRANSNET) und Helmut Heutz (GBDA), die
innerhalb ihrer Gewerkschaften für den Beamtenbereich zuständigen Fachleute,
stellten am Ende der Veranstaltung übereinstimmend fest: „Die erste gemeinsame
Personalrätekonferenz beim Eisenbahn-Bundesamt wird nicht die letzte gewesen
sein“. Die Zusammenarbeit zwischen Verkehrsgewerkschaft GDBA und TRANSNET hat
sich bewährt und wurde durchweg positiv bewertet. Sie sollte intensiviert
werden.
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