TRANSNET und Verkehrsgewerkschaft GDBA begrüßen den Vorstoß der
Länderinnenminister zur Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr. Die bisherigen
Vorschläge der Innenminister seien aber wenig zielführend. „Wer den Fahrgästen
zu suggerieren versucht, mit ein paar Videokameras für mehr Sicherheit zu
sorgen, streut den Betroffenen bewusst Sand in die Augen“, kritisierten
GDBA-Vize Peter Tröge und TRANSNET-Vorstand Reiner Bieck.
Videoüberwachung diene nicht der Prävention, sondern könne allenfalls helfen,
Täter später dingfest zu machen. Das hätten die Vorfälle der Vergangenheit
eindeutig gezeigt. Erforderlich sei vielmehr, dass die Länder bei den
Ausschreibungen von Nahverkehrsstrecken verbindlich festschreiben, welches
Sicherheitsniveau man für die Kunden haben wolle und wie viel Begleitpersonal
dementsprechend in den Zügen mitfahren müsse. Darauf werde zunehmend verzichtet,
weil ein entsprechender Personaleinsatz Geld kostet. „An Sicherheit aber darf
nicht gespart werden“, so Tröge und Bieck. „Wir müssen auch gezielt in den
bekannten Problemzügen aktiv werden und uns bei Großveranstaltungen auf
gemeinsame Aktionen verständigen.“
Vor zwei Jahren hatten beide Gewerkschaften deshalb die Aktion „Sicher unterwegs“ gestartet. In diesem Rahmen hatten Verkehrsgewerkschaft GDBA und TRANSNET zu einem „Runden Tisch“ eingeladen, an dem neben Gewerkschaftsvertretern von Bahn und Polizei auch Verbände und Verkehrsunternehmen teilnahmen. Jetzt gehe es nicht um Aktionismus, sondern um tragfähige Strategien. „Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem, dem wir nur gemeinsam begegnen können“, so Tröge und Bieck.
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