Schwerbehindertenvertrauenspersonen des Bahnkonzerns tagten in Fulda

Nach den allgemeinen Wahlen zu den Schwerbehindertenvertretungen im Herbst 2006 kamen nun am 11. und 12. Dezember 2006 über 250 Schwerbehindertenvertrauenspersonen (SVP) der DB AG in Fulda zusammen, um für ihre Gesellschaften insgesamt 24 Gesamtschwerbehindertenvertrauenspersonen (GSVP) zu wählen.

Gruppenfoto der GSVP DB AG

Gerhard Schimm (links im Bild), Konzernschwerbehindertenvertrauensperson (KSVP) DB AG, legte seinen Tätigkeitsbericht für die Jahre 2002 bis 2006 dem Plenum vor und wies unter anderem auf die Erhöhung der Schwerbehindertenquote im DB Konzern sowie die vermehrte Einstellung behinderter Azubis als Zeichen erfolgreicher Arbeit hin.

Der stellvertretende TRANSNET-Vorsitzende Lothar Kraus (rechts im Bild) erläuterte in seinem Beitrag die aktuelle Situation um den Börsengang der Deutschen Bahn AG und den Erhalt des Unternehmens als integrierter Konzern und dankte den Anwesenden Schwerbehindertenvertrauenspersonen für ihren Einsatz.

Christian Gravert (links im Bild), Leiter Gesundheits- und Sozialpolitik DB AG, unterlegte mit aktuellen Charts und Zahlen die Situation behinderter Beschäftigter bei der Deutschen Bahn AG. Bedingt durch den demografischen Wandel der Gesellschaft, der in den nächsten Jahren mit voller Wucht auch die Bahn treffen wird, sei vorauszusehen, dass es aufgrund der erhöhten Anzahl älterer Mitarbeiter voraussichtlich eine Behindertenquote bis zu 20 Prozent im Unternehmen geben wird. Dies mache eine neue „Denke“ des Unternehmens und der Führungskräfte erforderlich, um den Beschäftigten nicht nur als reinen Kostenfaktor zu sehen, sondern vielmehr als wertvolle Ressource für das Unternehmen.

Peter Tröge (rechts im Bild), stellvertretender Bundesvorsitzender der Verkehrsgewerkschaft GDBA stellte in seinem Vortrag das Projekt Rail-Employ vor. Es werd immer wichtiger, das Potenzial der so genannten Randgruppen wie Menschen mit Migrationshintergrund, sozial Schwache, aber auch behinderte Menschen zu beachten, zu qualifizieren und in Beschäftigung zu bringen, da schon in naher Zukunft in vielen Bereichen die Fachkräfte knapp werden. Darunter werde auch die Bahn mit ihrem besonderen Bedarf an qualifizierten Kräften leiden.

In seinen Ausführungen erläuterte Adolf Bauer (links im Bild), Präsident des Sozialverbandes Deutschland, das im August dieses Jahres verabschiedeten Allgemeine Gleichstellungsgesetzes und seine Anwendung auf die behinderten Menschen. Deutliche Worte fand er zu der von der Bundesregierung geplanten Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre, die er vehement als verdeckte Rentenkürzung ablehnte. Hier wünschte er sich eine noch stärke Zusammenarbeit und einen noch größeren Widerstand von Sozialverbänden, Gewerkschaften und weiteren Verbündeten, um dieses Gesetz noch zu verhindern.

 

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