Experten für Zerschlagung des Bahnkonzerns

Mit „Unverständnis und Kopfschütteln“ hat der Bundesvorsitzende der Verkehrsgewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, auf die Empfehlungen der Sachverständigen zum Börsengang der Deutschen Bahn reagiert, die heute im Verkehrsausschuss geäußert wurden. „Was dort im Wesentlichen vorgeschlagen wurde, läuft auf eine Zerschlagung des Unternehmens Deutsche Bahn hinaus“, kritisierte der GDBA-Chef.

„Wer ernsthaft fordert, einzelne Unternehmensbereiche der Bahn an private Investoren zu veräußern, schadet Mitarbeitern und Kunden“, machte Hommel deutlich. „Ausländische Eigentümer würden sich die Filetstücke heraussuchen und versuchen, damit möglichst hohe Renditen zu erwirtschaften. Was das bedeutet, sehen wir jeden Tag“. Hommel sprach sich noch einmal für einen „Integrierten Bahnkonzern“ aus, dessen Leistungen sich an den Mobilitätswünschen der Bevölkerung orientieren müssen und in dem Mitarbeiter nicht zu reinen Kostenfaktoren degradiert werden.

Zehn geladene Fachleute hatten zuvor in der Expertenanhörung des Bundestags-Verkehrsausschusses übereinstimmend von einer Privatisierung unter Einschluss der Infrastrukturgesellschaften abgeraten. Zur Begründung führten sie nach Agenturmeldungen unter anderem mangelnde Rechtssicherheit hinsichtlich der EU-Bestimmungen und ein zu hohes Diskriminierungspotenzial an. Außerdem stehe der Erlös wahrscheinlich in keinem Verhältnis zu dem veräußerten Vermögen.

Allein der Berliner Wirtschaftsrechtsprofessor Christian Kirchner, der eingeladen war, aber wegen der nach seinen Worten „starken Unausgewogenheit“ der Liste absagte, machte laut AP schriftlich geltend, dass sich das Integrationsmodell nicht als Hindernis für einen freien Zugang von Wettbewerbern erwiesen habe.

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