Forum für humane Mobilität: Gewerkschaften wollen enger zusammenarbeiten

Die Gewerkschaften im Verkehrssektor wollen künftig enger zusammenarbeiten. Das haben die Vorsitzenden von sechs Arbeitnehmerorganisationen bei einem Treffen am Montag, dem 1. Mai 2006, in Frankfurt am Main vereinbart. Die beteiligten Gewerkschaften unterzeichneten ein entsprechendes Positionspapier. Zu den „Gründungsmitgliedern“ zählen neben der Verkehrsgewerkschaft GDBA und der Gewerkschaft TRANSNET auch UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation), die CGPT (Christliche Gewerkschaft Postservice und Telekommunikation), die GÖD (Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und Dienstleistungen) und die KFG (Kraftfahrergewerkschaft).

GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel (2. von rechts)

Ziel ist die Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping. Die Gewerkschaften kritisieren in ihrem Positionspapier, dass „die Arbeitsbedingungen der Menschen im Verkehrsmarkt in Deutschland und Europa zunehmend massiv von Billiganbietern unterlaufen werden.“ Dies sei in „allen Sektoren der Verkehrswirtschaft, ob zu Lande, auf der Schiene, im Luftverkehr oder auf dem Wasser“ zu beobachten. Tarifflucht, Ausgliederungen und Betriebsverlagerungen bedrohten die jeweiligen Beschäftigungsverhältnisse.

Deshalb müssten die Organisationen der Beschäftigten aller Verkehrsträger gemeinsame Strategien entwickeln. So müsse ein Ziel sein, dass „Vollzeitarbeit nicht mit Armutslöhnen von weniger als 50 Prozent des Durchschnittslohns abgespeist wird.“ Es müsse Arbeitnehmern möglich sein, durch ihre Tätigkeit „ihr Leben und das ihrer Familien ohne staatliche Unterstützung“ bestreiten zu können. So genannte „prekäre Arbeitsverhältnisse“, wie Ein-Euro-Jobs und geringfügige Beschäftigung müssten „möglichst begrenzt werden.“ Wo diese unvermeidbar seien, müssten sie sozialverträglich ausgestaltet werden.

Notwendig seien gemeinsame Aktivitäten gegenüber Arbeitgebern und Politik. Entsprechende Pläne sollten in den jeweiligen Gewerkschaften diskutiert werden. Dies solle ungeachtet bestehender Konkurrenzverhältnisse beziehungsweise Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Dachverbänden zunächst in einem ständigen gemeinsamen Arbeitskreis geschehen. Hier sollten gemeinsame Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping konzipiert und Mindeststandards definiert werden. Anschließend solle es noch in diesem Jahr die Auftaktveranstaltung für ein „Forum für humane Mobilität“ geben.

Der Bundesvorsitzende der Verkehrsgewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, begrüßte die erzielte Übereinkunft zwischen den Gewerkschaften: „Mehr denn je müsse den Arbeitgebern, aber auch der Politik, demonstriert werden, dass Gewerkschaften trotz bestehender Konkurrenzverhältnisse gemeinsame Ziele auch gemeinsam verfolgen. Für die Verkehrsgewerkschaft GDBA sei dies eine Selbstverständlichkeit, sofern es für die Beschäftigten und die Mitglieder von Vorteil sei“, so Hommel.

Seite weiterempfehlen Seite druckenSeite drucken