Schieneninvestitionen: Deutschland verliert den Anschluss

 

Deutschland droht im europäischen Vergleich den Anschluss zu verlieren, warnt der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, in einer Meldung vom 31.08.2005. Während etliche Nachbarländer massiv in die Schieneninfrastruktur investierten, so die Schienen-Allianz, sänken im Haupttransitland Europas die Investitionen in Schienenwege dramatisch.

 

"Im vergangenen Jahr sind die Schieneninvestitionen auf den zweitniedrigsten Wert seit der Bahnreform im Jahr 1994 geschrumpft", so Dirk Flege in Berlin. Vor Pressevertretern kritisierte der Geschäftsführer, der Rückgang bei den Investitionen in Höhe von 22 Prozent auf lediglich 3,2 Milliarden Euro im Jahr 2004 lasse den Investitionsstau für die Schiene hierzulande auf 14 Milliarden Euro anwachsen. Gleichzeitig seien die Investitionen in Bundesfernstraßen mit 4,9 Milliarden Euro auf Rekordhöhe hochgeschraubt worden. 

"Etliche Länder Europas stärken dagegen den umweltfreundlichen und sicheren Verkehrsträger Schiene ganz gezielt", so Flege wörtlich. So investierten Frankreich (+71 Prozent) und Großbritannien (+23 Prozent) beispielsweise deutlich stärker in neue Gleise als in Nationalstraßen.

"Der Schienenverkehr erlebt weltweit eine Renaissance und Deutschland koppelt sich ab", warnte Flege. Während die deutsche Regierung die Investitionen in die Schiene runterfahre, hätten Frankreich, Finnland, Italien und Schweden ihren Schienen-Etat zweistellig angehoben. "Selbst Slowenien investiert mit 41 Euro pro Einwohner und Jahr mittlerweile mehr in die Schieneninfrastruktur als Deutschland mit 39 Euro“, so Flege weiter. 

Der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer forderte in Berlin von der nächsten Bundesregierung, "eine Aufholjagd zur europäischen Spitzenklasse", in der sich neben Italien (6,5 Milliarden Euro pro Jahr für Schieneninfrastruktur) auch Spanien (bis 2020 jährlich 7 Milliarden Euro) befindet. 

Der Allianz pro Schiene gehört die Verkehrsgewerkschaft GDBA als Gründungsmitglied an.

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