Verkehrsgewerkschaft GDBA intensiviert internationale Arbeit
Der Exekutivausschuss der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) hat am 28. April 2005 die Aufnahme der Verkehrsgewerkschaft GDBA in die ITF beschlossen. Damit wird auch ein bereits vom Exekutiv-Komitee der Europäischen Transportarbeiter-Förderation (ETF) gefasster Aufnahmebeschluss wirksam. Die Aufnahme in die ETF und ITF wurde auf Beschluss des Bundeshauptvorstandes im vergangenen Jahr beantragt.
Zur wirkungsvollen Vertretung der Mitarbeiterinteressen im zunehmend multinationalen Schienenverkehr will und kann die Verkehrsgewerkschaft GDBA auf neue europäische Allianzen nicht verzichten. Der Transportarbeiter-Weltverband ITF umfasst 624 Gewerkschaften aus 142 Ländern mit über 4,5 Millionen Mitgliedern aus den Bereichen Transport und Verkehr. Sitz der Organisation ist London. Die in Brüssel beheimatete ETF vertritt 209 Gewerkschaften mit über 3 Millionen Mitgliedern aus 39 europäischen Ländern. Auf die Sektion Eisenbahn der ETF entfallen 74 Gewerkschaften mit ca. 900.000 Mitgliedern. Auf den Kongressen von ETF und ITF wird die Verkehrsgewerkschaft GDBA künftig mit drei stimmberechtigten Delegierten vertreten sein.
Die Verkehrsgewerkschaft GDBA kann jetzt das Tor nach Europa ganz weit aufstoßen. Ein Denken in gewerkschaftlichen Strukturen und Blöcken, wie es lange Jahre in allen Staaten Europas gut und richtig war, hilft den Mitarbeitern heute nicht mehr weiter. Es würde ausschließlich der sich international aufstellenden Arbeitgeberseite nützen. Althergebrachte Traditionen sind zweifelsohne notwendig und genießen ebenso für uns einen hohen Stellenwert. Die notwendige gewerkschaftliche Auseinandersetzung mit weitreichenden Veränderungen, die ohne Gegenwehr die erreichten Sozialstandards massiv bedrohen, darf aber keinesfalls einem noch so schwärmerischen Gedenken an scheinbar selige Staatsbahnzeiten geopfert werden.
Eine Entscheidung darüber, wer künftig unsere Partner für eine vertiefte Zusammenarbeit im Europa der multinationalen Schienenunternehmen sind, musste deshalb in unseren Organen schnell erfolgen. Fest steht: Würden sich die europäischen Bahngewerkschaften und somit auch die Verkehrsgewerkschaft GDBA mit Blickrichtung Europa diesem notwendigen Prozess der Kräftebündelung und Kräfteforcierung entziehen oder gar verweigern, müsste schon die heutige Eisenbahner-Generation dafür einen hohen Preis zahlen. Denn sie wäre bald schutzlos den Kräften eines immer größer werdenden Europa mit Unternehmen, in deren „Managerhandbüchern“ Begriffe wie „Arbeitsplatzerhalt“ und „Wahrung von Sozialstandards“ fehlen, auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
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