Tarifverhandlungen Deutsche Bahn abgeschlossen :
Einkommensverluste bei Beschäftigungssicherung abgefangen
Einkommensverluste im Zusammenhang mit der Beschäftigungssicherung bei der DB sind abgefangen worden. Das ist das Ergebnis der Tarifverhandlungen zwischen der Verkehrsgewerkschaft GDBA und der TRANSNET auf der einen und den Arbeitgebern auf der anderen Seite. Die Gewerkschaften konnten vor allem Verbesserungen bei der Arbeitszeit durchsetzen.
Die Verhandlungen für die rund 140.000 Arbeitnehmer des Konzerns wurden am Montagabend in Berlin erfolgreich abgeschlossen. GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel und TRANSNET-Vorsitzender Norbert Hansen werteten den Abschluss „als ausgewogenen Kompromiss und Erfolg für die Beschäftigten.“ Damit sei ein „solides Zukunftsprogramm“ auf den Weg gebracht worden.
Im Kern sieht der Abschluss vor, dass bis Ende 2010 betriebsbedingte Kündigungen im Bahnkonzern ausgeschlossen bleiben. Dafür soll die Arbeitszeit ab 1.Juli 2005 befristet um eine auf 39 Wochenstunden ohne Entgeltausgleich erhöht werden. Bislang hatte die Arbeitgeberseite eine Anhebung auf 40 Stunden verlangt. GDBA und TRANSNET konnten im Zuge der Einkommensrunde monetäre Verbesserungen durchsetzen. So werden ab 1.Juli 2005 monatlich 50 Euro gezahlt. Hinzu kommt eine lineare Erhöhung der Einkommen zum 30. Juni 2007 um 1,9 Prozent. Bis zu diesem Tag läuft auch der Einkommenstarifvertrag. Er hat somit eine Laufzeit von 28 Monaten.
„Durch die Einmalzahlung hat der Tarifabschluss auch eine soziale Komponente, die uns sehr wichtig war“, ergänzte Klaus-Dieter Hommel. Er machte darauf aufmerksam, dass die DB-Beschäftigten nicht zu den Spitzenverdienern in Deutschland zählten. Das Gros der Eisenbahner verdient monatlich rund 1.800 Euro im Westen und 1.700 Euro im Osten.
Geregelt wurde im Zuge der Tarifverhandlungen auch die Mitarbeiterbeteiligung am Konzernergebnis. Danach gibt es für das laufende Jahr 100 Euro, unabhängig vom tatsächlichen Ergebnis. Für die Jahre 2006 bis 2010 sind bis zu 600 Euro vorgesehen. Diese orientieren sich dann am Betriebsergebnis. Für die Jahre 2008 bis 2010 wurde eine Garantieklausel vereinbart. Sollten die Betriebsergebnisse zur Zahlung der Mitarbeiterbeteiligung nicht erreicht werden, erfolgt in jedem Fall in den Jahren 2011 bis 2013 eine Nachzahlung der Beträge.
Die Verkehrsgewerkschaft GDBA und die Gewerkschaft TRANSNET hatten zuvor unter dem Motto „Basis-Votum“ bundesweit die Beschäftigten befragt. In den rund 140 Veranstaltungen war das Vorhaben zur Beschäftigungssicherung begrüßt worden. Kritik hatte es hingegen an den Konditionen, unter anderem der Arbeitszeit, gegeben. „Mit diesem Tarifabschluss haben wir den Auftrag der Basis umgesetzt“, erklärten Hommel und Hansen. Unter dem Stichwort „Tarif-Dialog“ seien nunmehr zahlreiche Veranstaltungen geplant, um den Beschäftigten den gesamten Komplex der Tarifverträge zu erläutern.
Beide Gewerkschaften bekräftigten zudem ihre Forderung, „einen Flächentarifvertrag Schiene“ zu vereinbaren. „Nur so kann Dumping in diesem Bereich wirkungsvoll verhindert werden“, stellte GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel fest. Voraussetzung dafür sei allerdings die Allgemeinverbindlichkeitserklärung. Hier seien nun vor allem die Arbeitgeber gefordert.
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