Zynismus begleitet Tarifabschluss 

Die Tarifgemeinschaft TRANSNE/GDBA (TG) hat seit Jahresbeginn 2005 (damals noch als Verhandlungsgemeinschaft) über einen neuen HausTV für die DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH (RAB) verhandelt. Diese Tarifverhandlungen wurden mit einer Vereinbarung am 22. Juli 2005 beendet.  

Bis dahin ist nichts Ungewöhnliches, wenn man einmal davon absieht, dass die Verhandlungen sehr lange gedauert haben und insgesamt schwierig waren. Interessant ist jedoch der Aspekt, dass die GDL (die auch Tarifpartner der RAB ist) bereits am 7. Juli 2005 – also gut 14 Tage vor der Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA – vermeldete, einen Abschluss mit der RAB erreicht zu haben.  

Der Abschluss, den die GDL am 7. Juli erreichte ist jedoch deutlich schlechter als der, den die Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA letztlich ausgehandelt hatte. Verkehrsgewerkschaft GDBA und die Transnet haben die Angebote der RAB nicht akzeptiert und weiterverhandelt, als die GDL mit ihrem Ergebnis schon zufrieden war.  

So konnte die Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA (TG) beispielsweise Einmalzahlungen auch für die Auszubildenden (Azubi) und eine Erhöhung der Azubi-Vergütungen vereinbaren. Zudem wurde die Nachtzulagenregelung für die Mitarbeiter im Busbereich im Status quo belassen. Die GDL hatte zuvor bereits eine geänderte Regelung akzeptiert, die in diesem Bereich deutliche Einkommenseinbußen hervorgerufen hätte. Darüber hinaus konnte die TG tarifvertragliche Voraussetzungen für den Abschluss von Betriebsvereinbarungen schaffen, die von der GDL ebenfalls nicht vereinbart worden waren.  

Auf diese Verbesserungen hatte die Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA in einem Aushang hingewiesen. Daraufhin sah sich die GDL zu einer Reaktion genötigt und veröffentlichte auf ihrer Homepage den nachfolgenden Beitrag, der nur Bezug auf die TRANSNET nahm :   

"Nichts als lauwarme Luft

26.07.2005 - Es ist schon ein tolles Ergebnis, das die Transnet auf ihrer Homepage nach siebenmonatigen Tarifverhandlungen mit der RAB am 25. Juli 2005 verkündet hat: „... dass eine konkurrierende Organisation bereits am 7. Juli 2005 schlechtere Regelungen vereinbart hatte“ als sie selbst. Na ja, dann wird der Zulauf an Mitgliedern zu dieser Gewerkschaft ja immens werden. Sie hat nur ein Problem: Wer außer ihr kennt die schlechteren Regelungen? Die GDL hat erreicht, was zu erreichen war. Wir stehen zu unserem Abschluss. Wir raten der Transnet, sich weiter an uns zu orientieren, dann kann sie künftig auf das Verkaufen lauwarmer Luft verzichten" 

Offenbar ist es der GDL egal, was sie an nachteiligen Regelungen für die Kolleginnen und Kollegen vereinbart, solange dies keiner merkt. Auch wird aus dem Aushang wohl erkennbar, dass die GDL Verhandlungen offensichtlich vorrangig unter organisationspolitischen Aspekten führt und scheinbar nicht mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen für die betroffenen Beschäftigten zu verbessern.  

Die Verkehrsgewerkschaft GDBA wird bei Tarifverhandlungen auch weiterhin Verbesserungen für alle Kolleginnen und Kollegen einfordern und so lange weiterverhandeln, bis dieses Ziel erreicht ist.                 JöK

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