Deutsche Bahn will Inselbahn behalten

Die Deutsche Bahn wird die „Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge“ (SIW) nun wohl doch nicht verkaufen. Das bestätigte der stellvertretende Sprecher der DB AG in Niedersachsen, Holger Bajohra, der Verkehrsgewerkschaft GDBA auf Anfrage. Die Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten seien zwar noch nicht endgültig abgebrochen, es laufe aber alles daraufhin, dass die Inselbahn weiterhin von der DB AG betrieben werde.

Die Deutsche Bahn hatte die SIW veräußern wollen, weil die dazugehörige Schifffahrt nicht mehr zur Kernkompetenz des Unternehmens passe. Wir wollen uns auf den Bereich Schiene konzentrieren, machte DB AG-Sprecher Bajohra deutlich. Nachdem verschiedene Interessenten jedoch deutlich mehr geboten hätten, als die Bahn für die Inselbahn habe erlösen wollen, sei die Entscheidung noch mal überdacht worden. Offensichtlich stellt die „Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge“ einen deutlich höheren strategischen Wert dar, als dies von der Unternehmensführung bislang vermutet wurde.

Nun läuft alles darauf hinaus, dass die DB AG das Unternehmen in Wangerooge weiterhin betreibt. Gerd Wilde, Vorsitzender des Bezirks Hannover der Verkehrsgewerkschaft GDBA, zeigte sich angesichts dieser Entwicklung erleichtert. Die im Frühjahr bekannt gewordenen Verkaufsaussichten hätten bei den 45 Mitarbeitern der SIW erhebliche Besorgnis ausgelöst, machte er deutlich. Die Verkehrsgewerkschaft GDBA, so Wilde, habe sich immer dagegen ausgesprochen, das „Tafelsilber“ zu verkaufen, um Defizite in anderen Bereichen auszugleichen.

Auch der Bundesvorsitzende der Verkehrsgewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, begrüßte die absehbare Entscheidung der Deutschen Bahn, die SIW nicht zu verkaufen. Gleichzeitig forderte die DB AG auf, die „Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge“ strategisch so aufzustellen, dass das Unternehmen eine Zukunft habe und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter dauerhaft gesichert seien. Dazu gehöre, in Schiene und Wagenmaterial zu investieren und nicht nur noch vorhandene Gewinne abzuschöpfen.

Die Gemeinde Wangerooge, die ebenfalls zum Kreis der Bieter zählte, zeigte sich angesichts der Entscheidung der Deutschen Bahn enttäuscht. Sie hatte sich von der Übernahme der Bahn Synergieeffekte im Insel-Tourismus erhofft.

Meldung vom 20. April 2005

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