Reederei Scandlines behauptet Marktposition im ersten Halbjahr 2005
Die deutsch-dänische Fährreederei Scandlines hat nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2005 im Ostsee-Fährverkehr ihre Marktposition im Frachtverkehr erneut behauptet. Bis zu zweistellige Zuwachsraten erzielte Scandlines im Frachtverkehr zwischen Deutschland und Schweden. Auch auf den Linien zwischen Deutschland und Dänemark verzeichnet die Reederei gute Zuwachsraten. Im Seeverkehr in die Baltischen Staaten hält dagegen die Verlagerung des begleiteten Frachtverkehrs auf den Landweg via Polen weiter an.
Die Verkehrsgewerkschaft GDBA verlangt von allen beteiligten Seiten, Maßnahmen zur weiteren Stärkung sowie langfristigen Sicherung des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze in einem schwierigeren Umfeld zu ergreifen. Scandlines habe nach Auffassung des GDBA-Bundesvorsitzenden Klaus-Dieter Hommel insgesamt gute wirtschaftliche Perspektiven. Das Unternehmen passe außerdem hervorragend in das Konzept eines „European Players“ der Deutschen Bahn. Gerade unter diesem Gesichtspunkt sei ein möglicher Verkauf absolut unverständlich.
Weiterhin konnte auf den Scandlines-Linien zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden die Beförderung von Pkw und Passagieren ebenfalls leicht gesteigert werden. Dahingegen konnten auf der stärksten Passagierverbindung von Scandlines zwischen Helsingør (Dänemark) und Helsingborg (Schweden) die hervorragenden Steigerungsraten des letzten Jahres auf Grund der erhöhten Konkurrenz durch die Øresundbrücke nicht mehr erreicht werden. Hier wurden durchschnittlich 6 Prozent weniger Passagiere und Pkw transportiert.
Im Frühsommer 2005 beschloss die Scandlines AG eine Strategie zur Neuausrichtung und Stärkung der Baltikumverkehre. Damit wurden nach Auffassung des Unternehmens die Weichen für eine kurzfristige Konsolidierung und langfristiges weiteres Wachstum in einem aufstrebenden Transportmarkt geschaffen. Zu den zentralen Maßnahmen dieser neuen Strategie zählt der Aufbau einer eigenen Vertriebsorganisation für den Frachtbereich im Baltikum mit einem eigenen Scandlines-Büro in Ventspils, der neuen Scandlines-Verkehrsdrehscheibe in dieser Region.
Die Scandlines-Gruppe, deren Eigentümer zu jeweils 50 Prozent die Deutsche Bahn AG und das Dänische Transport- und Energieministerium sind, betreibt derzeit 14 eigene Fährverbindungen zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden sowie in die Baltischen Staaten.
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