Netzabtrennung kostet zigtausende Arbeitsplätze

Der Bundesvorsitzende der Verkehrsgewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, warnt angesichts der neu entbrannten Diskussion über die Zukunft des Bahnkonzerns die Politik eindringlich vor den Folgen einer Netzabtrennung. „Zigtausende von Arbeitsplätzen insbesondere in den Dienstleistungsbereichen des Bahnkonzerns würden im Falle einer Konzernzerschlagung vernichtet.“

Vielfältige Bereiche in der heutigen Struktur mit Querschnittsfunktionen und Serviceaufgaben könne sich das Unternehmen nach einem solchen bahnpolitischen „Super-Gau“ einfach nicht mehr leisten. Die Empfehlung des Bahnbeirates, den Konzern mit dem Fahrweg zu belassen, werde deshalb von der Verkehrsgewerkschaft GDBA begrüßt.

Aufgrund der Abhängigkeit des Fahrwegs von staatlichen Finanzierungsbeiträgen habe der Staat auch nach einem Börsengang alle Möglichkeiten, maßgeblichen Einfluss auf Netzumfang und Qualität auszuüben. „Das hängt letztendlich von der Vertragsgestaltung zwischen Bahn AG und Bund ab“, zeigt sich der GDBA-Chef optimistisch. Hier könne der Besteller genau festlegen, welche Leistungen er für sein Geld haben will.

„Aber wahrscheinlich liegt genau darin das Problem“, vermutet der GDBA-Bundesvorsitzende. Für den Bund hieße das nämlich: Finanziell müsse er dann die Hosen runterlassen und über einen längeren Zeitraum genau festlegen, welche Summen er an einen weiterhin integrierten Konzern mit Netz zu zahlen bereit sei. Offensichtlich fehlten bei den Politikern Wille und Mut, einem integrierten Konzern konkrete Finanzierungsbeiträge vertraglich zuzusagen. Hommel wörtlich: „Ein abgetrenntes Bundesnetz ist deshalb überhaupt keine Garantie für den Erhalt und Ausbau des Schienennetzes.“ Verträge mit sich selbst könne der Bund schließlich schneller und vor allen Dingen lautloser brechen als mit einer teilprivatisierten Bahn AG.

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