Stoppt Mehdorn - Rettet die Deutsche Eisenbahn-Reklame - Fakten sprechen gegen den Verkauf
Die Deutsche Bahn AG möchte wieder einmal mit einem Verkauf kurzfristig die Ebbe in der Kasse fluten. Zu Geld gemacht werden soll dieses Mal die Deutsche Eisenbahn-Reklame (DERG) – immerhin auf Platz 3 der großen Außenwerbeunternehmen und damit für etliche Millionen Erlös gut. Entsprechend geschmückt sähe dann die Bilanz zum Jahresabschluss aus und könnte so dem Ziel Börsenfähigkeit Schub verleihen. Pläne, die ein weiteres Mal nur mit dem Prädikat „unternehmerische Kurzsichtigkeit“ versehen werden können. Offensichtlich wurde aus den ähnlich gearteten Aktionen „Schenker“ und „Telekommunikation“ wenig gelernt.
Die Verkehrsgewerkschaft GDBA wendet sich strikt gegen einen Verkauf der DERG und unterstützt die Initiative von Betriebsrat und Belegschaft des Unternehmens „Wir retten die DERG“. Ganz zu schweigen von Hunderten von Arbeitsplätzen, die im Zusammenhang mit einem Verkauf des Werbeunternehmens auf dem Spiel stehen, wird der Bahnkonzern langfristig gesehen auch Geld drauflegen. Mit rund 160 Millionen Euro Jahresumsatz steht die DERG auf dem Markt gut da und sorgt für rund 10 Millionen Euro jährlich in den Kassen des Mutterunternehmens. Und das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Im Gegensatz zu der Entwicklung in anderen europäischen Ländern ist der deutsche Markt im Bereich der Außenwerbung noch nicht so weit. Die DERG hat die besten Voraussetzungen: Erstklassige Plakatstandorte in zentraler Citylage – in den Bahnhöfen. Kein Wunder also, dass sich Kaufinteressenten für das Unternehmen aus dem In- und Ausland die Klinke in die Hand geben.
Außerdem würde ein neuer Eigner der DERG mit Sicherheit nicht so viel an die Bahn abführen, wie es derzeit Usus ist. Bis zu 70 Prozent der Werbeeinnahmen der Eisenbahn-Reklame landen beim Konzern. Nach dem Verkauf, so vermuten Brancheninsider, wären allenfalls noch 20 Prozent für die Bahn drin.
Pikanter Nebeneffekt eines DERG-Verkaufs: In den Bahnhöfen wird dann jedes Unternehmen werben können. Potenzielle Reisende können sich zum Beispiel beim Warten am Schalter die Angebote von Billigfliegern zu Gemüte führen und bei Bedarf noch kurzfristig das Verkehrsmittel wechseln.
Wie sagte doch Hartmut Mehdorn: „Mit dem Verkauf von Schenker hat sich die Bahn den Haken an die Decke gehängt“. Richtig. Sieht so aus, als würde man gerne noch einen zweiten anbringen – zur Sicherheit.
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