100 Tage Maut – jetzt endlich durchstarten!

Aller guten Dinge sind drei – nach zwei Fehlversuchen entwickelt sich die deutsche Lkw-Maut zu einer Erfolgsgeschichte. Aus Anlass der ersten 100 Tage nach Einführung der neuen Gebühr, die für die Nutzung von Bundesautobahnen durch in- und ausländische Lkw ab 12 Tonnen erhoben wird, fordert der Bundesvorsitzende der Verkehrsgewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, deren systematische Einbindung in die deutsche Verkehrspolitik: „Das Mautsystem darf nicht nur als haushaltspolitisches Instrument betrachtet werden.“

Der Bund habe nun ein flexibles Mittel in der Hand, mit dem er über Preissignale seine verkehrspolitischen Ziele zur Stärkung der umweltfreundlichen Verkehrsträger und insbesondere des Schienenverkehrs zweckorientiert und systematisch umsetzen könne. Diese Chance müsse gerade auch mit Blick auf die davon ausgehende internationale Signalwirkung genutzt werden. Vorschläge im Rahmen der so genannten Feinstaubdebatte zur Erhöhung der Mautsätze für Lkw mit einem hohen Schadstoffausstoß gingen bereits in die richtige Richtung.

Um den Wettbewerbsnachteil des Schienenverkehrs bei den Wegekosten zu beseitigen, fordert die Verkehrsgewerkschaft GDBA gemeinsam mit der Allianz pro Schiene eine Ausweitung der Maut auf Lkw bereits ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Eine Maut-Erhebung auf allen Straßen sei ebenso notwendig wie eine schrittweise Anhebung der durchschnittlichen Gebührensätze in Richtung Schweizer Niveau, betont Hommel. Die Finanzierung der erforderlichen Modernisierung der deutschen Verkehrsinfrastruktur und insbesondere des Schienennetzes dürfte nach seiner Auffassung dann kein gravierendes Problem mehr sein.

Nachstehend die wichtigsten Zahlen zur Maut, die Verkehrsminister Manfred Stolpe und Toll-Collect-Chef Christoph Bellmer nach einer AP-Meldung am Montag in Berlin präsentierten:
 

Mauthöhe durchschnittlich pro Kilometer:

0,12 Euro

Erwartete Einnahmen 2005:

3 Milliarden Euro

Einnahmen Januar 2005:

209 Millionen Euro

Einnahmen Februar 2005:

215 Millionen Euro

Einnahmen März 2005:

237 Millionen Euro

Einnahmen täglich durchschnittlich:

12 Millionen Euro

Buchungen im 1. Quartal:

68 Millionen

Kontrollen im 1. Quartal:

4 Millionen Fahrzeuge

Eingeleitete Ordnungswidrigkeitsverfahren:

67.000

Erledigte Ordnungswidrigkeitsverfahren:

8.000

Nacherhebung verlangt in

61.000 Fällen, davon erledigt 17.625 Fälle

Beanstandungsquote:

weniger als 3 Prozent

Eingebaute On-Board-Units zum 1.1.:

320.000

Eingebaute OBUs zum 31.3.:

412.000 (+28 Prozent)

Quote automatische Einbuchungen 1.1.:

72 Prozent

Quote automatische Einbuchungen 31.3.:

81 Prozent

Quote Erstattungsanträge:

weniger als 1 Prozent

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