Äußerungen zur Tarifpolitik von Unions-Fraktions-Vize Pofalla realitätsfremd

Verkehrsgewerkschaft GDBA und TRANSNET haben Unions-Fraktions-Vize Pofalla für dessen Äußerungen zur Tarifpolitik scharf kritisiert. Der CDU-Mann hatte den Gewerkschaften zuvor vorgeworfen, sie würden die Bildung betrieblicher Bündnisse blockieren. Dies würde dazu führen, dass Unternehmen Arbeitsplätze ins Ausland verlagern.

Die Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA hat Pofalla aufgefordert, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und die Realität zu erkennen: Tarifverträge sind nicht an der Verlagerung von Arbeitsplätzen schuld. Oftmals spielt hierbei das Rendite- und Profitdenken die entscheidende Rolle - ob mit oder ohne Tarif.

Beide Gewerkschaften weisen den Bundestagsabgeordneten darauf hin, dass Flächentarifverträge Arbeitnehmern und auch Arbeitgebern Schutz bieten. Sie verhindern beispielsweise Lohn- und Sozialdumping, sie bringen Planungssicherheit. Und betriebliche Bündnisse sind bereits Realität. Mit den Unions-Plänen werden abhängig Beschäftigte hingegen noch ein Stück abhängiger gemacht: Sie werden schlichtweg erpressbar. Das hat dann allerdings nichts mehr mit sozialer Marktwirtschaft zu tun. "Die Union setzt damit die Sozialpartnerschaft aufs Spiel", warnten deshalb folgerichtig auch die Vorstände der Tarifgemeinschaft, Alexander Kirchner und Heinz Fuhrmann. Pofalls Aussagen seien "arbeitnehmerfeindlich und völlig realitätsfremd."

TRANSNET und Verkehrsgewerkschaft GDBA werden ihre Pläne für einen Flächentarifvertrag Schiene weiter vorantreiben. Dieser verhindert nämlich, gerade bei zunehmendem Wettbewerb, einen Wettstreit um die niedrigsten Löhne und schlechtesten Sozialbedingungen.

Seite weiterempfehlen Seite druckenSeite drucken