dbb "Weihnachtsbotschaft": Schöne Bescherung - Nein danke!

Weihnachtsgeldkürzung, Arbeitszeitverlängerung, Stellenabbau, Zerschlagung des einheitlichen Dienst- und Besoldungsrechts: Schöne Bescherung - Nein danke! Die Beamtinnen und Beamten verzichten dankend auf die geplanten „Weihnachtsgeschenke“ der neuen Bundesregierung und tun dies seit heute auch im Großformat kund: Mit einem 14 mal 5 Meter großen Protesttransparent beteiligt sich der dbb beamtenbund und tarifunion „angemessen“ an der vorweihnachtlichen Dekoration der Berliner Friedrichstraße. Um Punkt 12.00 Uhr wurde das Banner an der Fassade des dbb forum berlin, Sitz der dbb Bundesgeschäftsstelle, entrollt.

Parallel zu der Aktion verließ wichtige Weihnachtspost den dbb Hauptsitz in Richtung Bundestag: Alle Abgeordneten erhalten das Motiv des dbb Protestbanners im handlichen Lesezeichenformat. Im beiliegenden Anschreiben des dbb Bundesvorsitzenden Peter Heesen an die Mitglieder des Parlaments heißt es: "Nach kurzem Wahlkampf und langen Koalitionsverhandlungen ist der politische Alltag im neuen Deutschen Bundestag eingekehrt. Entwürfe, Vorlagen und Stellungnahmen, Gutachten, Statistiken und Anfragen - die Aktenberge wachsen, wichtige Entscheidungen dulden keinen Aufschub ... Damit Sie trotz allem den Überblick behalten und wichtige Themen nicht aus dem Auge verlieren, übersende ich ihnen als kleine Arbeitshilfe ein vorweihnachtliches Lesezeichen."

Neben der großen Aktion "Blauer Brief für Frau Merkel", die nach wie vor läuft, protestieren die Beschäftigten mit der Plakataktion gegen die Pläne der schwarz-roten Koalition. Diese will das Weihnachtsgeld für Beamte und Versorgungsempfänger des Bundes ab 2006 halbieren und gleichzeitig Weihnachts- und Entlassungsgeld für Wehr- und Zivildienstleistende komplett streichen. Außerdem soll die Wochenarbeitszeit für Bundesbeamten auf 41 Stunden erhöht werden.

Aus Sicht des dbb ist es beispiellos, dass die Beamten so offensichtlich doppelt zur Kasse gebeten werden sollen - als Steuerzahler sind sie bereits an allen Einsparungen im Steuerrecht, von der Pendlerpauschale, über die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers, bis hin zur Mehrwertsteuererhöhung betroffen. Zudem betrachtet der dbb die Kürzungen in ihrer Wirkung als unsozial, da eine Halbierung des Weihnachtsgeldes für Minister und Staatssekretäre zwar hinnehmbar sein mag, für Beschäftigte mit 1600 oder 1800 Euro brutto hätte der Wegfall aber eine viel drastischere Wirkung. dbb Chef Peter Heesen: "Die Beamtinnen und Beamten sind keine wehrlosen Untergebenen, sondern Steuerzahler und Bürger, die ihren Protest artikulieren, bis hin zum Wahlverhalten.“ Kritisch sieht der dbb auch die im Rahmen der geplanten Föderalismusreform beabsichtigte Übertragung des bislang bundeseinheitlichen Dienst- und Besoldungsrechts auf die Ländern. "Das wäre ein Rückschritt in die Kleinstaaterei und Startschuss für ein heilloses Besoldungsdumping, wie es das Land noch nicht erlebt hat", warnte Heesen.

 

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