50. Gewerkschaftspolitische Arbeitstagung des dbb in Köln eröffnet

Der dbb Bundesvorsitzende Peter Heesen hat in seiner Rede zum Auftakt der 50. Gewerkschaftspolitischen Arbeitstagung des dbb beamtenbund und tarifunion Wirtschaft und Politik zu mehr Vertrauen in den Staat und seine Beschäftigten aufgefordert. „Dass Banken vor der Pleite bewahrt und Firmen aus der Krise geführt werden, dass Arbeitsplätze gesichert werden, dass das Ersparte des kleinen Mannes geschützt bleibt, dass Sozialsysteme nicht zusammenbrechen, das alles verdankt die Gesellschaft dem Staat,“ sagte Heesen zur Eröffnung des Kongresses am 12. Januar 2009 in Köln. Die Tagung, zu der der dbb Chef neben mehr als 700 Delegierten auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble begrüßte, steht unter dem Motto „Ideenwerkstatt für den öffentlichen Dienst“.

Der Staat habe nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, Regulierungen des Marktes vorzunehmen, um die vom Markt betroffenen Menschen zu schützen.

Wie eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag des dbb in der Vorwoche ergeben hatte, erwartet dies auch eine breite Mehrheit der Bevölkerung, nämlich 61 Prozent der Bürgerinnen und Bürger. Vertreter der Wirtschaft, die sich früher jede staatliche Einmischung verbeten haben, müssten sich endlich eingestehen, dass soziale Marktwirtschaft ohne Verantwortung für Beschäftigte und Allgemeinheit nicht funktionieren kann, so Heesen. „Doch auch hier setzen die Menschen mehr auf den Staat als auf die Wirtschaft. Laut forsa halten 75 Prozent die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen für eine der wichtigsten Staatsaufgaben.“

Mit Blick auf die derzeitige Wirtschaftskrise betonte Heesen, dass jetzt ein „umfassender Nothilfefonds“ und zusätzlich staatlich finanzierte Investitionsprogramme für ausgesuchte, auch staatliche Bereiche, gebraucht würden. Ernsthafter müsse auch über die Reduzierung von Verwaltungsaufwand und über Bürokratieabbau nachgedacht werden.

Zum 50. Jubiläum der Gewerkschaftspolitischen Arbeitstagungen des dbb sagte der Bundesvorsitzende: „Wir haben mit unseren Kongressen immer wieder dazu beigetragen, den Blick auf die Arbeit und auf die Leistungen des öffentlichen Dienstes zu lenken, aber auch die Probleme nicht zu verschweigen.“ In den 60 Jahren des Bestehens der Bundesrepublik habe der öffentliche Dienst gewaltige Fortschritte gemacht. „Für diese beständige große Leistung haben die beteiligten Menschen des öffentlichen Dienstes vor allem eines verdient: Anerkennung“, so Heesen.

Innenminister Schäuble: Neues Dienstrecht sichert Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Dienstes

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble hat anlässlich der 50. Gewerkschaftspolitischen Arbeitstagung des dbb beamtenbund und tarifunion in Köln die große Bedeutung des öffentlichen Dienstes und seiner Beschäftigten für den Rechtsstaat hervorgehoben.

"Eine gut funktionierende und verlässliche Verwaltung gehört zu den Grundpfeilern des Rechtsstaates. Es ist wichtig, dass die Beamtinnen und Beamten sich dieses hohen Anspruchs und der damit verbundenen Verantwortung für unseren Staat bewusst sind. Ich vertraue den Fähigkeiten und dem Engagement der Beamtinnen und Beamten für unsere freiheitliche Demokratie. In unserer schnelllebigen und globalisierten Gesellschaft sind sie die Garanten für eine stabile und verlässliche Verwaltung, die sich am Gemeinwohl orientiert."

Um die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Dienstes weiter sicherzustellen, wird das Dienstrecht des Bundes mit dem Dienstrechtsneuordnungsgesetz, das Ende Januar 2009 in Kraft treten wird, reformiert.

Schwerpunkte der Neuregelungen im Beamten-, Besoldungs- und Versorgungsrecht sind laut Schäuble die Förderung des Leistungsprinzips und der Mobilität zwischen Wirtschaft, internationalen Organisationen und Verwaltung. Im Mittelpunkt der Novellierung der Beamtenbesoldung steht die Abschaffung des sog. Senioritätsprinzips. Der Aufstieg in den Stufen des Grundgehaltes richtet sich künftig nicht mehr nach dem Alter, sondern ausschließlich nach der beruflichen Erfahrung und anforderungsgerechten Leistungen.

Im Bereich der Altersversorgung trage die Dienstrechtsreform den demographischen Herausforderungen Rechnung. Wie in der gesetzlichen Rentenversicherung wird – trotz Kritik von Verkehrsgewerkschaft GDBA und dbb - auch für die Beamtinnen und Beamten des Bundes die Altersgrenze stufenweise um zwei Jahre angehoben.

Aushang "DNeuG verabschiedet" zum Download
Dienstrechtsneuordnungsgesetz im Bundesrat - Heesen: Leistungsbezahlung braucht größeres Budget (22.12.2008)
GDBA-Kritik erfolgreich: BLV-Entwurf nachgebessert (17.12.2008)

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